CDN einrichten in 7 Schritten
Die Schritte sind bei allen großen CDN-Anbietern fast identisch. Diese Anleitung gilt universell für Cloudflare, BunnyCDN, KeyCDN, Fastly, CloudFront & Co.
Übersicht: Die 7 Schritte
- Anbieter wählen und Account anlegen
- Origin-Server konfigurieren
- DNS umstellen (oder Pull-Zone anlegen)
- SSL-Zertifikat aktivieren
- Cache-Regeln festlegen
- Test & Validierung
- Monitoring und Optimierung
Schritt 1: Anbieter wählen
Wenn noch nicht geschehen: Vergleichstabelle nutzen und entscheiden. Für deutsche Standard-Sites empfehlen wir Cloudflare (0 €, schnell) oder BunnyCDN (DSGVO-freundlich, sehr günstig).
Schritt 2: Origin-Server konfigurieren
Der Origin ist dein eigener Webserver. Vor der CDN-Einbindung:
- Sicherstellen, dass der Server eine eindeutige IP-Adresse hat (kein Shared Hosting mit zufälligem IP-Wechsel).
- HTTPS am Origin korrekt eingerichtet (auch wenn das CDN ein eigenes Zertifikat ausliefert – die Verbindung CDN ↔ Origin sollte verschlüsselt sein).
- Caching-Header (
Cache-Control,Expires) bewusst setzen – sie steuern, wie lange das CDN Inhalte zwischenspeichert.
Schritt 3: DNS umstellen oder Pull-Zone anlegen
Es gibt zwei Wege, ein CDN zu integrieren:
Variante A: Full-Site-CDN via DNS (Cloudflare-Stil)
Die komplette Domain (z. B. beispiel.de) wird auf das CDN umgezogen.
Das CDN übernimmt das DNS-Management, alle Anfragen laufen durch das CDN-Netz.
Vorteil: kein URL-Wechsel im Quellcode. Cloudflare arbeitet so.
Variante B: Pull-Zone via Subdomain (BunnyCDN-Stil)
Nur statische Assets werden über eine Subdomain wie cdn.beispiel.de
ausgeliefert. Das CDN holt die Dateien beim ersten Aufruf vom Origin („Pull"),
Cache sie zwischen, und im Quellcode werden die Asset-URLs entsprechend angepasst
(z. B. via WordPress-Plugin). KeyCDN und BunnyCDN funktionieren typischerweise so.
Schritt 4: SSL-Zertifikat aktivieren
Alle relevanten CDNs bieten kostenloses SSL (meist Let's Encrypt). Wichtig: Full (Strict)-Modus wählen, wenn der Origin selbst HTTPS spricht. Das verhindert Man-in-the-Middle zwischen CDN und Origin. Bei Cloudflare heißt diese Option direkt so, bei anderen Anbietern „Origin Verify" oder „End-to-End-Encryption".
Schritt 5: Cache-Regeln festlegen
Die wichtigste Stellschraube für Performance. Empfehlungen:
- Bilder, Schriften, CSS, JS:
Cache-Control: public, max-age=31536000, immutable(1 Jahr). Versionierung per Dateiname (style.v2.css) sorgt dafür, dass Updates trotzdem wirken. - HTML:
Cache-Control: public, max-age=300(5 Minuten) – frisch genug, aber entlastet trotzdem den Origin. - API-Endpoints:
Cache-Control: private, no-store– niemals cachen, nicht einmal im Browser. - Cookie-haltige Seiten:
Cache-Control: private– verhindert, dass das CDN personalisierte Inhalte versehentlich an andere Nutzer ausliefert.
Schritt 6: Test und Validierung
Nach der Umstellung prüfen:
- DNS:
dig beispiel.dezeigt CDN-IP statt Origin-IP. - Response-Header:
cf-cache-status: HIT(Cloudflare) oder ähnlich – beweist, dass das CDN ausliefert. - Performance: PageSpeed Insights, WebPageTest oder GTmetrix vor/nach vergleichen.
- SSL: SSL Labs Test – mindestens A-Grade.
Schritt 7: Monitoring und Optimierung
Nach dem Go-Live nicht vergessen:
- CDN-Dashboard regelmäßig prüfen: Cache-Hit-Rate sollte über 80 % liegen.
- Bei niedriger Hit-Rate: Cache-Regeln nachschärfen, Query-String-Stripping prüfen.
- Bei Pageviews-Spitzen: Alert konfigurieren, falls Origin überlastet wird.
- Quartalsweise: Anbieter-Wechsel-Check (Preise und Features ändern sich schnell).
Typische Fehlerquellen
- WP-Admin im Cache: Backend-URLs sauber von Caching ausschließen.
- Login-Sessions kaputt: Cookie-bearing-Requests nie cachen.
- SSL-Mismatch: Origin-Zertifikat passt nicht zur CDN-Domain.
- Stale Content: Nach Deploys Cache manuell purgen – oder Versionierung nutzen.
Speziell für WordPress?
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→ CDN für WordPress